Am 16. März 2022 gab Google bekannt, dass nur noch bis zum 23. Juli 2023 über Universal Analytics Daten gesammelt würden. Aber keine Panik! Ihr müsst nicht sofort auf Google Analytics 4 (GA 4) umsteigen. Euch bleibt ausreichend Zeit, um euch mit der neuen Version vertraut zu machen. Eine gute Vorbereitung ist wichtig, da GA 4 nach einem gänzlich anderen Prinzip arbeitet als die Vorgängerversion.

Wobei handelt es sich bei Google Analytics 4?

GA 4 wurde im Oktober 2020 vorgestellt und basiert auf der App- und Web-Property, die im Juli 2019 gelauncht wurde. Seither befand sich die neue Version in der Beta-Phase. Die aktuelle Version wird sowohl Daten von Internetseiten als auch von Mobile Apps übernehmen und daraus einen Datensatz fertigen. Wer zuvor eine Web- beziehungsweise Website-App, eine Android-App und eine iOS-App hatte, benötigte drei separate Properties, um diese zu tracken. Mit der Einführung von GA 4 entfällt dies. Hier läuft alles über eine Property.

Welche neuen Funktionen bringt Google Analytics 4 mit?

Das Google-Analytics-Team hat eine neue Methode zur Datenerhebung sowie mehrere neue Funktionen eingeführt. Dazu gehören neue Möglichkeiten zur Verwaltung von User-Daten, die Nutzung maschineller Lernfunktionen sowie die erwähnte Kombination von Web- und App-Daten. Wenn ihr mehr über die neuen Funktionen erfahren möchtet, könnt ihr ein Google-Analytics-4-Seminar bei der EOM Academy besuchen. In diesem werden die wichtigsten Grundlagen und Funktionsweisen für den Umgang mit GA 4 vermittelt.

Bildquelle: Simon von Pixabay.com
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Google hat mit GA 4 eine neue, flexiblere Version von Google Analytics etabliert.

Sicherer Umgang mit User-Daten

Eine wichtige Änderung ist aus Sicht des Datenschutzes der Umgang mit den Daten der Nutzer. Alle Speicher-, Schutz- und Datenerfassungsoptionen, die für Universal Analytics galten (wie die Löschung bestimmter Nutzerdaten, Festlegung der Datenaufbewahrungsfrist, IP-Anonymisierung und eine Vereinbarung zur Datenverarbeitung) stehen auch in GA 4 weiterhin zur Verfügung.

Darüber hinaus könnt ihr in der neuen Version steuern, welche Benutzereigenschaften für Event-Personalisierung und welche Art von Events beziehungsweise Ereignissen genutzt werden sollen. Dabei lassen sich auch bestimmte Events vollständig von der Anzeigenpersonalisierung ausschließen. So könnt ihr zum Beispiel sicherstellen, dass die Anzeigenpersonalisierung nicht von einem Event ausgelöst wird, bevor der User seine Zustimmung erteilt hat.

Maschinelle Lernfunktionen

Der größte Vorteil von GA 4 liegt nach Aussage von Google im Machine Learning. Die maschinellen Lernfunktionen liefern Insights und Ergebnisse in GA 4. Diese ermöglichen zeitnahe und genaue Einblicke in eure Daten. So könnt ihr euch zum Beispiel automatisch benachrichtigen lassen, wenn das System ermittelt, dass ein Blog- oder Produktbeitrag stärker gelesen wird als gewöhnlich. Dadurch erhaltet ihr die Möglichkeit, schnell zu handeln und von der höheren Aufmerksamkeit zu profitieren.

Weiterhin ist es möglich, Vorhersagen über zukünftiges Verhalten zu treffen, wie etwa die Wahrscheinlichkeit, dass Kunden abwandern. Somit könnt ihr frühzeitig eingreifen, um diese Kundengruppe zu halten.

Google wird nach eigener Aussage weitere Funktionen einführen und will unter anderem eine Kennzahl für künftige Einnahmen diverser Nutzersegmente einstellen. Dadurch erhaltet ihr die Möglichkeit, Personas (fiktive Anwender/Kunden) mit hohem Potenzial zu erstellen und zu analysieren, warum einige Kundengruppen mehr kaufen als andere.

Web- und App-Daten zusammengefasst

Wie bereits erwähnt, ermöglicht GA 4 einen Vergleich von Kampagnen-Performance, Produktverkäufen und User-Verhalten auf allen Plattformen. Das heißt, dass ihr auf einen Blick seht, welchen Einfluss die jeweilige Plattform hat, aber auch wie sich die Plattformen gegenseitig beeinflussen.

Dieser neue kundenzentrierte Ansatz ermöglicht euch einen Einblick in die gesamte Customer Journey der Kunden und die unterschiedlichen Touchpoints (Kontaktpunkte) mit eurem Unternehmen. So könnt ihr euch einen Überblick darüber verschaffen, wie die Nutzer in den unterschiedlichen Stadien ihrer Kundenreise mit eurem kompletten Angebot interagieren – ob in der Awareness-Phase (erste Phase der Customer Journey), in der Consideration-Phase (zweite Phase der Customer Journey) oder beim Kauf durch einen neuen Kunden oder loyalen Stammkunden.

Bildquelle: Tumisu von Pixabay.com
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Google Analytics 4 ist mit zahlreichen neuen Funktionen wie Machine Learning ausgestattet.

Google Analytics 4 versus Universal Analytics – die Vorteile im Überblick

GA 4 erlaubt besser visualisierte und relevantere Analysen und weist laut Google folgende Vorteile auf:

● Bessere Datenkontrolle: Unternehmen können Daten in GA 4 besser administrieren. Dies bezieht sich vor allem auf das Zusammentragen, das Aufbewahren, das Teilen und das Löschen von Daten.

● Visualisierung: In dem neuen Analysemodul findet ihr neue Möglichkeiten der Visualisierung, etwa Streudiagramme, Pivot-Tabellen und Trichter-Visualisierungen.

● Anonymisierung der Nutzerdaten: GA 4 anonymisiert die IP-Adresse der User.

● Datenschutz: GA 4 ermöglicht das Sammeln von Nutzerdaten, auch ohne das Setzen von Cookies.

● Data-Streams: In GA 4 werden neben dem Seitenaufruf weitere Ereignisse wie Klicks auf externe Links gemessen.

Bei GA 4 stehen die Nutzer im Fokus. Bei Universal Analytics lag dieser auf den Sitzungen. Die Struktur ist glatter, es gibt keine Filter und Datenansichten mehr. Dafür könnt ihr in den Berichten (Analyse) nunmehr umfangreich filtern. Die Analysemöglichkeiten sind komplexer.

Wie geht es nun weiter mit Google Analytics 4?

GA 4 ist neu und wird stetig verbessert. Es gibt ständig neue Updates zu der neuen Version. Diese ist in ihrem gesamten Konzept deutlich flexibler als Universal Analytics. Allerdings erfordern die Änderungen auch einen höheren Planungsaufwand. Dies ist einerseits positiv, könnte aber dazu führen, dass viele Unternehmen den hohen Aufwand scheuen und in der Folge auf simple und einfachere Tools umsteigen. Und das, obwohl Datenkompetenz ein zentraler Erfolgsfaktor ist.

Aktuell verfügt GA 4 noch nicht über alle Funktionen, die Universal Analytics bietet. Deshalb empfiehlt Google, die vorhandene Property noch nicht durch die neue GA-4-Property zu ersetzen. Google rät jedoch, bereits jetzt die GA-4-Property einzurichten, damit diese parallel zu der bestehenden Property trackt. Auf diese Weise behaltet ihr nicht nur sämtliche Funktionen, die ihr in Universal Analytics habt. Ihr profitiert auch von den zahlreichen neuen Funktionen von GA 4.

Abbildung 1: pixabay.com © Simon (CCO Creative Commons)
Abbildung 2: pixabay.com © Tumisu (CCO Creative Commons)