Viele Unternehmen und Privatanwender möchten ihre bestehenden Windows-10-Installationen mit den Extended Security Updates (ESU) weiter nutzen. Eigentlich ist das Aktivieren eines ESU-Schlüssels relativ einfach. Leider hören wir auch immer wieder, dass es zu Problemen kommt. Eine der bekanntesten Fehlercodes ist der Errorcode 0x8004e026 beim Aktivieren des ESU-Codes.
Dieser Fehler tritt auf, obwohl alle Voraussetzungen erfüllt sind und der Befehl „slmgr /ato“ sogar ohne sichtbare Fehlermeldung durchläuft.

Was sind Windows 10 Extended Security Updates (ESU)?
Mit ESU liefert Microsoft nach dem offiziellen Supportende weiterhin Sicherheitsupdates für bestimmte Windows-Versionen. Kurz zusammengefasst:
- ESU erweitert nur die Sicherheitsupdates, keine neuen Funktionen.
- ESU ist an bestimmte Editionen gebunden, zum Beispiel Windows 10 Pro, Pro Education, Home oder Workstation.
- Für ESU wird ein zusätzlicher Produktschlüssel benötigt (ESU-Key), der auf dem bereits aktivierten Windows installiert wird.
- Für Windows 10 müssen bestimmte Updates und Vorbereitungs-Pakete installiert sein (z. B. aktuelles 22H2 mit den ESU-Vorbereitungs-Updates).
Leider sind die ESU-Keys nicht kostenlos und Microsoft lässt sich diese Wartungsverlängerungen teuer bezahlen.
Voraussetzungen: Diese beiden ESU-Updates müssen vorher installiert sein
Bevor ein ESU-Produktschlüssel unter Windows 10 angenommen wird, müssen zwei spezielle Vorbereitungsupdates installiert sein. Dabei handelt es sich um KB5066791 und das ESU Licensing Preparation Package KB5072653. Beide Updates sind zwingend erforderlich, da sie Windows erst technisch in die Lage versetzen, ESU-Lizenzschlüssel zu akzeptieren und das ESU-Add-on korrekt im Lizenzspeicher zu registrieren.

Ohne diese beiden Komponenten kommt es bei der Eingabe eines ESU-Keys sehr häufig zu Aktivierungsfehlern, selbst wenn das System ansonsten auf dem aktuellen Stand ist. Beide Updates sollten deshalb vor dem eigentlichen Aktivierungsvorgang installiert und abgeschlossen sein.
Typischer Ablauf der ESU-Aktivierung
Normalerweise läuft die Aktivierung so:
- Windows 10 ist mit einem regulären Key (z. B. OEM oder Volume/MAK) aktiviert.
- Alle erforderlichen Updates und das ESU-Vorbereitungspaket sind installiert.
- Der ESU-Key wird installiert, zum Beispiel über eine administrative Eingabeaufforderung:
slmgr /ipk ESU-KEY-HIER-EINTRAGEN - Anschließend wird die Aktivierung gestartet:
slmgr /ato - Wenn alles passt, ist das ESU-Add-on anschließend lizenziert und das System erhält Sicherheitsupdates im Rahmen des ESU-Programms.
Genau hier tritt in manchen Umgebungen der Fehler 0x8004e026 auf.
Fehlerbild: 0x8004e026 bei gültigem ESU-Key
Das typische Symptom sieht so aus:
- Der ESU-Key lässt sich eingeben.
slmgr /atoläuft scheinbar ohne Fehler durch.- Trotzdem wird der ESU-Key nicht akzeptiert, und Windows zeigt den Fehlercode 0x8004e026 an. Siehe Fehlermeldung auf dem obigen Bild.
- Das System verhält sich so, als wäre kein gültiges ESU-Add-on vorhanden.
Die üblichen Verdächtigen sind dann meist schon ausgeschlossen:
- Version 22H2 ist installiert.
- Alle ESU-Vorbereitungsupdates sind vorhanden.
- Die Edition ist ESU-berechtigt (z. B. Windows 10 Pro).
- Internetverbindung und Aktivierungsserver sind erreichbar.
Wenn all das passt, steckt häufig ein anderes, weniger offensichtliches Problem dahinter.
Die eigentliche Ursache: Vermischte Lizenzlandschaft
In dem hier beschriebenen Fall war die Lösung erst sichtbar, als die Lizenzdetails mit slmgr /dlv ausgewertet wurden. Die Ausgabe sah ungefähr so aus (stark gekürzt):
- Windows(R), Professional edition, OEM_DM channel
- Windows(R), Operating System, VOLUME_MAK channel
- Windows(R), ProfessionalWorkstation edition
- Windows(R), Pro edition
- Windows(R), ServerRdsh edition
- Windows(R), Client-ESU-Year-3 Add-on …
Mit anderen Worten. Auf dem System waren mehrere unterschiedliche Windows-Lizenzen und Kanäle gleichzeitig eingetragen:
- OEM-Lizenz
- Volume-MAK-Lizenz
- Reste einer Workstation-Edition
- Reste einer ServerRdsh-Edition
- bereits vorhandene ESU-Add-on-Einträge
Genau das ist das Problem in diesem Fall, aber auch bei vielen anderen Installationen, die ESU-Key Probleme haben. Das ESU-Add-on muss sich an eine konkrete Hauptlizenz „anhängen“. Wenn Windows aber verschiedene Lizenztypen parallel kennt, weiß das System nicht mehr eindeutig, welche Lizenz die „richtige“ Basis sein soll.

Die Folge: Das ESU-Add-on kann nicht sauber zugeordnet werden, und es erscheint der Fehlercode 0x8004e026.
Man könnte also sagen:
Der ESU-Key ist nicht falsch, er kann sich nur nicht an die richtige Hauptlizenz binden, weil zu viele unterschiedliche Lizenzobjekte im System vorhanden sind.
Wie kommt es zu mehreren Lizenzen auf einem System?
Das passiert öfter, als man denkt. Typische Ursachen:
- Das Gerät wurde zuerst mit OEM-Windows ausgeliefert und später mit einem Volume-MAK-Key neu aktiviert.
- Es gab ein In-Place-Upgrade von einer anderen Edition (z. B. Pro → Pro Workstation).
- Es wurden Test- oder Evaluierungsversionen genutzt, die Spuren in der Lizenzdatenbank hinterlassen haben.
- Das System stammt aus einem Unternehmensimage, in dem bereits verschiedene Aktivierungsmethoden vorkonfiguriert waren.
- Parallel wurden einmal ServerRdsh– bzw. RDS-Rollen getestet, die eigene Lizenzobjekte anlegen.
Solange nur die „normale“ Windows-Aktivierung genutzt wird, stört das häufig nicht. Spätestens beim ESU-Add-on wird diese gemischte Lizenzumgebung aber zum Problem.
Diagnose: Lizenzsituation mit SLMGR prüfen
Um herauszufinden, ob mehrere Lizenzobjekte vorhanden sind, reicht ein Blick auf die Windows Lizenzinformationen, die Ihr mit SLMGR abrufen könnt:
slmgr /dlv
oder
slmgr /dlv all
Wichtig:
- Die Eingabeaufforderung muss als Administrator gestartet werden.
slmgr.vbsöffnet ein oder mehrere Fenster mit den Lizenzdetails.
Wenn du dort mehrere Blöcke siehst, etwa:
- „Windows(R), Professional edition, OEM_DM channel“
- „Windows(R), Operating System, VOLUME_MAK channel“
- „Windows(R), ProfessionalWorkstation edition“
- „Windows(R), Client-ESU-Year-3 Add-on …“
dann ist dein System sehr wahrscheinlich von genau dieser Problematik betroffen.
Hier erkennt man:
- Unterschiedliche Channels (OEM, VOLUME, RETAIL usw.)
- Unterschiedliche Editionen (Pro, Workstation, ServerRdsh etc.)
- Bereits vorhandene ESU-Einträge, die aber nicht korrekt lizenziert sind.
Lösung: Lizenzbereinigung und saubere Neuaktivierung
Um das Problem zu beseitigen, musst du das Lizenzchaos aufräumen und anschließend Windows und ESU sauber neu aktivieren. Die Schritte im Detail:
1. Aktuellen Zustand dokumentieren
Bevor du etwas änderst, empfiehlt sich ein Screenshot oder Export der slmgr /dlv-Ausgabe. So kannst du später nachvollziehen, was sich geändert hat.
2. Alte Lizenzinformationen entfernen
Öffne eine Eingabeaufforderung mit Administratorrechten und führe nacheinander aus:
slmgr /upk
slmgr /cpky
Bedeutung:
slmgr /upkentfernt den aktuell installierten Product Key aus dem System.slmgr /cpkylöscht den Key zusätzlich aus der Registry, damit er nicht mehr ausgelesen werden kann.
Damit entfernst du die aktuell verwendete Windows-Lizenz aus der Konfiguration. Viele der verwaisten Lizenzobjekte werden damit ebenfalls bereinigt. Anschließend den Rechner unbedingt neu starten.
3. Richtigen Windows-Key erneut installieren
Nach dem Neustart installierst du nur den einen Key, der tatsächlich verwendet werden soll. Das kann zum Beispiel ein OEM-Key aus dem BIOS oder ein MAK-Key aus der Volumenlizenz sein.
Beispiel:
slmgr /ipk XXXXX-XXXXX-XXXXX-XXXXX-XXXXX
slmgr /ato
Wenn alles korrekt ist, sollte Windows nun „ganz normal“ aktiviert sein.
Zur Kontrolle noch einmal:
slmgr /dlv
Jetzt sollte im Idealfall nur ein einziger Block für Windows 10 erscheinen, mit genau einem Channel (z. B. OEM_DM oder VOLUME_MAK) und dem Status „Licensed“.
4. ESU-Key sauber hinzufügen
Wenn die Basislizenz stimmt und nur noch eine eindeutige Windows-Lizenz vorhanden ist, kannst du den ESU-Key erneut installieren:
slmgr /ipk ESU-KEY-HIER
slmgr /ato
Dieses Mal sollte die Aktivierung ohne Fehler durchlaufen. So sieht das dann im Original aus:

Das ESU-Add-on kann sich jetzt eindeutig an die vorhandene Windows-Lizenz binden, und der Fehlercode 0x8004e026 tritt nicht mehr auf.
5. Lizenzstatus von ESU prüfen
Um sicherzugehen, dass ESU wirklich aktiv ist, kannst du wieder slmgr /dlv ausführen und nach einem Eintrag suchen wie:
- „Windows(R), Client-ESU-Year-X add-on …“
- mit Status „Licensed“.
Damit ist bestätigt, dass das ESU-Add-on korrekt aktiviert wurde.
Wichtige Hinweise und Stolperfallen – FAQ
Bei allen Schritten solltest du ein paar Punkte beachten:
- Rechtliche Lizenzsituation
Die hier beschriebenen Befehle ändern nichts daran, dass du nur Keys verwenden darfst, für die du auch gültige Lizenzen besitzt. Die Bereinigung soll nur Konflikte zwischen legitimen Lizenzen lösen. - Backup / Image
Vor tiefen Eingriffen in die Lizenzkonfiguration lohnt sich ein Systembackup oder ein Image. Gerade bei produktiven Systemen ist das Pflicht. - Nur einen Aktivierungsweg nutzen
Entscheide dich für einen Aktivierungsweg:- OEM
- MAK / Volumenlizenz
- KMS
Vermische nicht mehrere Wege auf demselben Gerät.
- Editionen nicht wild wechseln
Upgrades von Pro zu Pro Workstation oder Enterprise sollten sauber und nachvollziehbar durchgeführt werden. Ein Durcheinander verschiedener Editionen führt früher oder später zu Problemen. - ESU nur als Add-on betrachten
ESU ersetzt nicht die normale Windows-Aktivierung. Wenn die Basislizenz nicht stimmt, hilft auch der beste ESU-Key nichts.
Kurze Checkliste: Was ist zu tun bei 0x8004e026?
Zum Abschluss eine kompakte Übersicht:
- Prüfen, ob alle ESU-Voraussetzungen erfüllt sind
- Windows 10 22H2
- alle benötigten Updates und ESU-Vorbereitungspakete
- ESU-berechtigte Edition (z. B. Pro, Home, Workstation)
- Aktivierung mit
slmgr /atotesten- Läuft ohne Fehler durch, aber ESU greift nicht? → weiter mit Schritt 3.
- Lizenzdetails mit
slmgr /dlvansehen- Tauchen mehrere Windows-Editionen oder Channels auf?
- Gibt es zusätzlich Workstation, ServerRdsh oder alte ESU-Einträge?
- Falls ja: Lizenz bereinigen
slmgr /upkslmgr /cpky- Neustart
- Hauptlizenz neu installieren und aktivieren
slmgr /ipk DEIN-WINDOWS-KEYslmgr /ato
- ESU-Key neu installieren
slmgr /ipk DEIN-ESU-KEYslmgr /ato
- Ergebnis prüfen
slmgr /dlv- Eintrag „Client-ESU-Year-X add-on“ mit Status „Licensed“ vorhanden
Wenn alle Schritte sauber durchlaufen und nur noch eine eindeutige Lizenzkonfiguration vorhanden ist, verschwindet der Fehler 0x8004e026 in der Regel dauerhaft.
Fazit
Mit diesen Schritten hast du einen vollständigen Leitfaden, wie du den Fehler 0x8004e026 bei der Eingabe eines ESU-Keys unter Windows 10 beseitigen kannst. In der Regel liegt es an den verschiedensten Lizenzeinträgen, die Du aber gut mit SLMGR überprüfen und bereinigen kannst.





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