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Ob DOC, ODT oder TXT, dazu Evergreens wie BMP, JPG oder TIFF, ganz zu schweigen von digitalen Urgesteinen wie MP-Versionen oder den überall anzutreffenden ZIP-Dateien: Manche Endungen aus den 1980er Jahren stehen noch heute für weltweit heißgeliebte und vielgenutzte Dateiformate. Im Folgenden stellen wir Ihnen eine Reihe von springlebendigen Dinosauriern der virtuellen Welt vor.

Textdateien

.asc American Standard Code for Information Interchange, kurz ASCII

Als eine ältesten Zeichenkodierungen gehört ASCII zu den wenigen Codes, die den Sprung ins Computerzeitalter geschafft haben. Das zuerst für Fernschreiber genutzte Format entwickelte sich zur Standard-Kodierung für Schrift- und Steuerzeichen, zum Beispiel für die Ansteuerung von Druckern. ASCII kann maximal 256 verschiedene Zeichen darstellen und wird zunehmend durch Unicode ersetzt, das über einen wesentlich größeren und erweiterbaren Zeichenumfang verfügt.

.doc, später docx Document

DOC-Dateien sind Textverarbeitungsdokumente. Als Primärformat von Microsoft Word ist es der weltweit meistgenutzte Dateityp zum Erstellen von Texten. es wird auch von Programmen wie OpenOffice Writer oder Apple Pages genutzt. in einer DOC Datei finden neben Text auch Bilder, Tabellen, Diagramme, Formatierungen und Druckeinstellungen Platz. Nachfolger der Endung .doc ist seit 2006 .docx, ein Dateiformat, das Dokumente im OpenXML-Format speichert.

.odt OpenDocument Text

Textdokumente vom Typ ODT sind in verschiedenen Programmen zur Textverarbeitung enthalten, darunter Apache OpenOffice und LibreOffice. In seiner vielseitigen Verwendbarkeit ähnelt dieses Format den Microsoft Wort Dateitypen DOC beziehungsweise DOCX. Sie lassen sich in zahlreichen Programmen öffnen und speichern, unter anderem in Microsoft Word.

.pdf Portable Document Format

Das von Adobe Acrobat und anderen PDF-Programmen erstellte Textformat kann auf diversen Plattformen angezeigt werden. Es gilt als das meistgenutzte Dateiformat der Welt und ist ein Standardformat zum Speichern und Bearbeiten von Dokumenten und Publikationen. In der Regel basieren PDF-Dateien auf bereits vorhandenen Dokumenten; seltener werden sie direkt im kostenpflichtigen Textverarbeitungsprogramm Adobe Acrobat erstellt. Für das reine Lesen von PDFs ist der Acrobat Reader kostenlos nutzbar.

.rtf Rich Text Format

Die Endung .rtf bezeichnet eine Textdatei, die viele Formatierungen, darunter Fett- und Kursivschrift sowie diverse Schriftarten und -größen mitbringt. RTF-Dateien können auch andere Objekte speichern, zum Beispiel Bilder vom Typ JPEG und PNG. der große Vorzug von RTF ist seine Kompatibilität mit vielen Textverarbeitungsprogrammen und Betriebssystemen.

.txt Plain Text File

Eine TXT-Datei enthält ausschließlich nicht formatierten Text. Als „nacktes“ Standardtextdokument kann sie in jedem Textverarbeitungsprogramm geöffnet und darin bearbeitet werden (sofern das Programm dafür ausgelegt ist). Windows-Computer werden standardmäßig mit den Programmen Notepad und Wordpad geliefert, die das Erstellen und Bearbeiten von .txt erlauben. Für Mac OS heißt das entsprechende Programm TextEdit. Überhaupt erkennen die meisten Hardwaregeräte, zum Beispiel Smartphones oder der Kindle Reader, aber auch Web-Browser wie Chrome und Firefox TXT-Dateien.

.xls Excel Spreadsheet File

Die Endung .xls charakterisiert eine Datei für Tabellenkalkulation. Sie wird von Microsoft Excel erstellt, kann aber auch von anderen Tabellenkalkulationsprogrammen in diesem Format exportiert werden. Die Anwendung Excel ist die weltweit am häufigsten genutzte ihrer Art. Seit 2007 speichert das Microsoft-Programm Excel-Dateien im Office Open XML-Format; die Dateierweiterung .xls wurde durch .xlsx ersetzt.

.bmp Bitmap Image File

Bilddateien vom Typ BMP lassen sich einfach bearbeiten. Beim Skalieren kommt es allerdings häufig zu Qualitätsverlusten. Weil Dateien mit diesem Grafikformat wesentlich größer sind als beispielsweise PNG-Dateien, kommen sie im Internet nur selten zur Anwendung. Gescannte Bilder oder Dokumente werden standardmäßig als Bitmaps gespeichert.

.gif Graphics Interchange Format

Nach JPG ist GIF das beliebteste Grafikformat für Bilder im Internet. Neben einzelnen Bildern können GIFs auch kurze Videoclips und unkomplizierte Animationen darstellen. Es eignet sich für die Anzeige von Grafiken mit einfacher Struktur. Auf Websites dient dieses Format häufig zur Anzeige kleinerer Grafiken als Navigationsschaltflächen oder für Bilder in der Kopfzeile.

.jpg. oder jpeg Joint Photographic Experts Group

Auch das Bilddateiformat JPG kann große Bilder in kleinere Dateien komprimieren. Anders als bei PNG-Dateien kommt es bei der Komprimierung zu Qualitätsverlusten (verlustbehaftete Komprimierung). JPG-Dateien sind relativ klein, weswegen sie in der Regel auf Webpräsenzen zum Einsatz kommen, unter anderem für Bildgalerien mit Thumbnails.

.png Portable Network Graphics

Das Grafikformat PNG zeigt Bilder in sehr hoher Auflösung an. Die Bildqualität bleibt auch dann erhalten, wenn sich die Bildgröße ändert. Weil sich PNG-Dateien verlustfrei komprimieren lassen, sind Logos, Markendesigns und andere Elemente, die in unterschiedlichen Größen dargestellt werden, fast immer in diesem Format erstellt.

.tif oder .tiff Tagged Image File Format

TIF(F)-Dateien sind meist recht große Dateien, die sich verlustfrei komprimieren lassen. Dieses Grafikformat gilt als besonders sicher, weil es keine versteckten Daten enthält und also auch keinen Viruscode transportieren kann. Unternehmen speichern wichtige Dokumente häufig im TIFF-Format, weil diese Dateien sich nur mit großem Aufwand ändern/verfälschen lassen.

Audio- und Videodateien

.avi Audio Video Interleave

Das Videoformat AVI zeichnete sich anfangs durch erstklassige Bildqualität aus, nahm jedoch sehr viel Speicherplatz in Anspruch. Mittlerweile, dank der Entwicklung von Codes wie DivX, sind AVI-Videodateien kleiner und userfreundlicher. Audio Video Interleave läuft auf den meisten Endgeräten.

.mp3 oder .mpeg3 Motion Picture Experts Group-3

MP3 (eigentlich MPEG-1 Audio Layer-3) ist das weltweit vermutlich meistgenutzte Audiodateiformat. Dieses komprimierte Audioformat erfreut durch handliche Dateigröße bei erstaunlich guter Klangqualität. Dateien mit dem Suffix MP3 laufen in zahlreichen Playern werden von den meisten Geräten und Audioplayern erkannt.

.mp4 oder .mpeg4 Motion Picture Experts Group-4

Mappe 4 (bei Apple meistens .m4v) ist die zeitgemäße Weiterentwicklung der älteren, hier und da noch anzutreffenden Dateiformate Mappe 1 und Mappe 2. Das moderne, flexible Videoformat liefert hohe Bildqualität und nimmt dabei wenig Speicherplatz in Anspruch. Es wird häufig im Internet genutzt, außerdem im HD-Fernsehen und für Blu Ray.

.ram REAL Audio Metadata

Das RAM-Format umfasst eine Audiodateien-Gruppe von mehr als 750 verschiedenen Dateiformaten. Programme, die RAM Dateien bedienen können, laufen unter Linux, Mac Os, Windows und Android. Die beliebtesten sind RealPlayer und VLC Media Player für die erstgenannten Betriebssysteme, unter Android übernimmt VLC media player for Android diese Aufgabe.

.rmvb RealMedia Variable Bit Rate

Das Videodateien-Format RMVB Rmvb wird von zahlreichen Programmen auf allen gängigen Betriebssystemen unterstützt. Als Weiterentwicklung von .rm (Real Media) erlaubt es eine höhere Komprimierung ohne Qualitätsverlust. Wegen der kleinen Dateigrößen mit niedrigen Bitraten zählt es zu den beliebtesten Formaten für Anime-Filme und andere Videoproduktionen im asiatischen Raum.

Komprimierte Dateien

.bin Binary

In BIN-Dateien lassen sich exakte Kopien von allen Rohdaten speichern, die auf einem physischen Laufwerk enthalten sind. In der Regel sind sie CD-, DVD- oder Blue-Ray-Bildern zugeordnet. Zum Einsatz kommen BIN-Dateien bei Programmen, die Discs aufzeichnen, Laufwerke simulieren oder der Datenarchivierung dienen.

.rar Roshal Archive

Das Format RAR trägt den Namen des russischen Programmierers Eugene Roshal, der die ursprüngliche Version dieses Dateityps entwickelte. RAR-Dateien können andere Dateien sehr stark komprimieren. Sie werden entweder mit der WinRAR-Software für Microsoft Windows-Systeme oder einem speziellen Konsolenprogramm für andere Plattformen erstellt. Entpackt werden können sie dagegen von den meisten Betriebssystemen.

.zip Zone Information Protocol

Kein anderes Format wird derzeit so häufig für das Archivieren und Komprimieren von Dateien beziehungsweise Ordnern genutzt ZIP. Die ZIP-Komprimierung erlaubt es, die Größe der ausgewählten Objekte verlustfrei zu reduzieren. Weil alle Dateien mit Hilfe der ZIP-Methode einzeln separat gespeichert werden, können die kleinen Packs auch einzeln wieder extrahiert werden. Die hohe Komprimierungsstufe erleichtert auch das Übertragen/Senden von großen Datenmengen.

… und das sind längst nicht alle

Soweit die populären Klassiker unter den Dateiformaten. Daneben existieren noch zahllose andere bewährte Dateiformate , HTML (Format für Internetseiten) oder DRV (Treiber-Datei), die für das Funktionieren von Programmen und Tools verantwortlich zeichnen. Die meisten von ihnen existieren in der einen oder anderen Form schon seit 30 Jahren oder länger.