Das Internetprotokoll IPv6 stellt den Nachfolgender von IPv4 dar. Aber brauchen wir IPv6 oder kann man auf der FritzBox IPv6 deaktivieren? Da IPv4-Adressen rar geworden sind, verwendet jede aktuelle FritzBox standardmäßig IPv6. Die meisten Internetprovider verbinden Deinen Router dual, also gleichzeitig mit IPv4 und IPv6.
Aber brauche ich IPv6 auf der FritzBox wirklich? Einige Anwender meinen, dass einige Websites oder Dienste bei aktiviertem IPv6 langsamer laden oder nicht korrekt funktionieren. Wir zeigen Dir in diesem Artikel, wie Du auf Deiner FritzBox IPv6 deaktivieren kannst.
IPv6 auf der FritzBox deaktivieren – so geht’s
Wenn Du IPv6 in Deinem Router deaktivieren möchtest, dann geh bitte diese Anleitung durch. Wichtig ist, dass Du Zugriff auf Deine FritzBox hast (entweder per LAN oder WLAN). Sollte WLAN nicht funktionieren, so ist evtl. das FritzBox WLAN ausgeschaltet.
Bitte öffne einen Webbrowser (Was ist ein Browser?) auf deinem Windows-PC und tippe fritz.box in die Adresszeile. Drücke dann bitte die Enter-Taste und melde Dich mit dem Kennwort Deines Routers an.
Hinweis: Wenn die Seite nicht lädt, versuche alternativ die IP-Adresse 192.168.178.1. Wenn das ebenfalls nicht funktioniert, ist unser Artikel „Fritz.Box nicht erreichbar“ eine Unterstützung für dich.
Um zum IPv6-Menü zu gelangen, klicke im FritzBox-Menü auf der linken Seite auf „Internet“ und anschließend auf „Zugangsdaten“. Bitte wähle den Tab „IPv6“ aus, der oben in den Reitern zu finden ist. Wenn der Tab nicht sichtbar ist, aktiviere die Erweiterte Ansicht. Sie kann in der Regel oben rechts oder unten in der Benutzeroberfläche aktiviert werden.

Nun sind die IPv6-Einstellungen sichtbar. Bitte entferne dann das Häkchen bei „IPv6-Unterstützung aktiv“. Du sagst der FritzBox damit, dass sie keine IPv6-Verbindung mehr aufbauen soll.
Mit einem Klick auf „Übernehmen“ speicherst du dann diese Änderung. Die FritzBox übernimmt jetzt die neue Einstellung und deaktiviert IPv6 für die Internetverbindung. Ab sofort verwendet deine FritzBox somit nur noch IPv4.
Du kannst zur Kontrolle auf der Übersichtsseite der FritzBox nachsehen, ob noch eine IPv6-Adresse unter den Verbindungsinformationen angezeigt wird. Wenn keine IPv6-Adresse mehr angezeigt wird, war die Deaktivierung erfolgreich.
Hinweis: Die Schritte, die wir oben erwähnt haben, gelten für fast alle FritzBox-Modelle (z.B. 7490, 7590, 6660 Cable usw.), weil AVM bzw. Fritz ein sehr ähnliches Fritz!OS auf all diesen Geräten verwendet. Die Menüführung kann leicht, aber die IPv6-Option befindet sich normalerweise immer im Bereich Internet -> Zugangsdaten. Wenn Dein Internetanbieter nur IPv6 (zum Beispiel DS-Lite bei Kabelanschlüssen) anbietet, kann es passieren, dass Du nach dem Deaktivieren von IPv6 keine oder nur eine eingeschränkte Internetverbindung hast. Dann solltest Du lieber IPv6 aktiviert lassen!
Probleme mit dem Internet?: Siehe auch unsere Anleitung „Keine Internetverbindung„, falls nach Änderungen keine Verbindung mehr möglich ist.
IPv6 in Windows deaktivieren – Schritt für Schritt
IPv6 kannst Du nicht nur auf der FritzBox, sondern auch auf Deinem Windows-PC deaktivieren. In der Regel ist hier IPv6 nicht wirklicht erforderlich. Selbst wenn der Router IPv6 verwendet, kannst Du Windows problemlos mit ohne aktiviertem IPv6 betreiben. In bestimmten Situationen kann es jedoch nützlich sein, IPv6 auf dem PC auszuschalten (z. B. zu Testzwecken oder bei Netzwerkproblemen). Dann musst Du folgendes durchführen.
- Drücke bitte die Windows-Taste zusammen mit der R-Taste. Das Fenster „Ausführen“ wird dann geöffnet. Gib den Befehl „ncpa.cpl“ ein und klicke dann auf „OK“. Danach öffnet sich das Fenster mit Netzwerkverbindungen, in dem alle Deine Netzwerkadapter aufgeführt sind.
- Suche Deine aktive Netzwerkverbindung (z.B. die LAN-Verbindung oder WLAN-Verbindung, über die Du momentan online bist). Mach einen Rechtsklick darauf und wähle dann „Eigenschaften“. Windows zeigt Dir jetzt die Eigenschaften des Adapters, einschließlich einer Liste der installierten Protokolle und Dienste.

- Scrolle durch die Liste und such den Eintrag „Internetprotokoll, Version 6 (TCP/IPv6)“, so wie auf dem Bild zu erkennen ist. Entferne das Häkchen vor diesem Eintrag, um IPv6 auf diesem Adapter abzuschalten. Tippe danach auf „OK“.
- In den meisten Fällen ist die Änderung sofort aktiv. Einen Neustart durchzuführen, schadet jedoch nicht, da so alle Netzwerkeinstellungen neu initialisiert bzw. geladen werden. Nach einem Reboot nutzt Windows für diese Verbindung spätestens kein IPv6 mehr.
- Du kannst dann überprüfen, ob IPv6 erfolgreich deaktiviert wurde. Öffne dazu die Eingabeaufforderung „CMD“ (Windows-Taste drücken und „cmd“ eingeben) und gib den Befehl „ipconfig“ ein. Eine öffentliche IPv6-Adresse sollte jetzt nicht mehr in der Ausgabe zu sehen sein. Unter deiner aktiven Netzwerkverbindung wird jetzt nur noch eine IPv4-Adresse angezeigt. (Eine lokale Link-Local-Adresse mit fe80::… könnte noch angezeigt werden. Das ist aber normal.
ACHTUNG: Falls Dein PC trotz deaktiviertem IPv6 keine Verbindung ins Internet bekommt, liegt wahrscheinlich ein anderes Problem vor. In unserem Artikel „Nicht identifiziertes Netzwerk“ findest Du weitere Lösungen für allgemeine Netzwerkprobleme. Oftmals funktioniert das Surfen aber weiterhin ganz normal über IPv4, nachdem Du IPv6 abgeschaltet hast.
IPv6 auf der FritzBox: Aktivieren oder deaktivieren?
Abschließend widmen wir uns der entscheidenden Frage: Ist es wirklich ratsam, IPv6 auf der FritzBox zu deaktivieren? Die kurze Antwort: Nur wenn nötig. Die meisten Experten und wir ebenfalls empfehlen, IPv6 aktiviert zu lassen, da es einige Vorteile bietet. Es gibt jedoch einige Situationen, in denen es sinnvoll sein kann, die Funktion zu deaktivieren.
Vorteile von IPv6 (wenn es aktiviert bleibt)
Die Einführung von IPv6 erfolgte zur Lösung des Problems der Adressknappheit bei IPv4. Die Menge der verfügbaren IPv6-Adressen ist astronomisch. Deine FritzBox sowie sämtliche Geräte können also individuelle, öffentliche IP-Adressen (im Gegensatz zu privaten IP-Adressen) verwenden, ohne auf Tricks wie NAT (Network Address Translation) angewiesen zu sein. Das macht es überflüssig, interne Adressen umzusetzen. Direktere Verbindungen können hergestellt werden, was auf lange Sicht zu stabileren und schnelleren Netzwerken führt.
Mehr Informationen zu NAT und IPv6 findest Du in unserem Artikel NAT (Network Address Translation).
In der Theorie kann IPv6 die Netzwerkperformance verbessern. Anfragen können schneller ihr Ziel erreichen, da NAT entfällt und effizientere Mechanismen wie optimiertes Routing und vereinfachtes Adress-Management zum Einsatz kommen. Zudem beinhaltet IPv6 moderne Funktionen, wie etwa eingebaute Quality-of-Service-Features. Zusammengefasst: Dein Heimnetzwerk ist mit aktiviertem IPv6 zukunftssicher und vermeidet einige Einschränkungen von IPv4.
Da jedes Gerät direkt adressierbar ist, können Dienste wie VPNs, Server oder Fernwartung über IPv6 oft einfacher umgesetzt werden. Weniger Portfreigaben sind notwendig, da bei IPv6 jedes Gerät von außen erreichbar ist (die Firewall der FritzBox blockt jedoch weiterhin unerwünschte Zugriffe). Für den Durchschnittsnutzer ist dies nicht unbedingt ein täglicher Vorteil, aber technisch gesehen bietet IPv6 mehr Flexibilität.
Mögliche Nachteile und Gründe, IPv6 zu deaktivieren
Einige Nutzer berichten, dass das Laden bestimmter Webseiten oder Online-Dienste über IPv6 langsamer ist als über IPv4. Ein bekanntes Beispiel war Facebook in der Vergangenheit, das bei aktiviertem IPv6 teilweise sehr langsam reagierte. Häufig sind solche Probleme auf bestimmte Services oder den Provider zurückzuführen. Falls Dir auffällt, dass bestimmte Seiten ständig hängen bleiben oder Zeitüberschreitungen vorkommen, kann ein Test nützlich sein: Deaktiviere IPv6 probeweise (wie oben beschrieben) und schau, ob sich eine Verbesserung zeigt. In einigen Fällen verschwinden Ladeprobleme tatsächlich, sobald nur IPv4 verwendet wird.
Alle modernen Geräte sollten in der Lage sein, mit reinem Dual-Stack-Betrieb (IPv4+IPv6) umzugehen. Wenn Du allerdings sehr alte Netzwerkgeräte oder spezielle Anwendungen hast, die nicht mit IPv6 kompatibel sind, können Fehlermeldungen auftreten. Ein Workaround ist dann, IPv6 zu deaktivieren, um Komplikationen zu vermeiden. Heutzutage sind derartige Fälle selten, da die Unterstützung von IPv6 weit verbreitet ist – aber ausschließen kann man sie nicht.
Geräte erhalten in der Regel eine feste IPv6-Adresse, die sich nur selten ändert. Dadurch könnte theoretisch die Nachverfolgbarkeit eines Geräts im Internet verbessert werden, da kein Router-NAT mehr als „Zwischenhülle“ fungiert. Zwar kommen moderne Betriebssysteme mit Privacy Extensions (zufällige wechselnde Adressen für ausgehenden Traffic) zum Einsatz, jedoch empfinden einige Nutzer dennoch ein größeres Unbehagen in Bezug auf IPv6.
Von Bedeutung ist: IPv6 weist nicht mehr Sicherheitsrisiken auf als IPv4, aber die Funktionsweise unterscheidet sich. Also, wenn Du nur IPv4 nutzt, bleibt Deine effektive Sicherheit nahezu unverändert. Du surfst lediglich unter einer gemeinsamen öffentlichen IPv4-Adresse, die Dein Router verwaltet. Einige Nutzer deaktivieren IPv6, um „auf Nummer sicher zu gehen“ oder weil sie die Funktionsweise nicht vollständig verstehen. Das ist nachvollziehbar, aber solange die Firewall der FritzBox (was standardmäßig der Fall ist) aktiv ist, eigentlich nicht nötig.
Wie bereits erwähnt, verwenden einige Internetprovider (insbesondere Kabelnetzbetreiber) DS-Lite. Bei diesem Vorgang erhält Deine FritzBox keine echte IPv4-Adresse mehr, sondern lediglich eine IPv6-Adresse sowie einen „geteilten“ IPv4-Zugang. In diesen Fällen ist IPv6 unerlässlich, damit Deine Verbindung einwandfrei läuft. Wenn Du hier IPv6 deaktivierst, bist Du praktisch nur noch über einen begrenzten IPv4-Tunnel online. Das kann zu erheblichen Einschränkungen führen. Im Zweifelsfall solltest Du Dich also bei Deinem Provider erkundigen, ob für Deinen Anschluss IPv6 notwendig ist. Im Zweifelsfall lieber IPv6 aktiv lassen.
Fazit: Was ist nun richtig? IPv6 auf der FritzBox aktivieren oder deaktivieren?
Für die meisten Heimanwender gilt: Lasse IPv6 aktiviert, solange du keine Probleme damit hast. In Bezug auf Zukunftssicherheit und Performance bringt es Dir Vorteile. Deine FritzBox und Windows regeln die parallele Nutzung von IPv6 und IPv4 automatisch – Du musst Dich um nichts anderes kümmern.
Nur wenn konkrete Probleme auftreten, die mit IPv6 in Verbindung stehen (z.B. dauerhaft langsame oder nicht erreichbare Websites trotz funktionierender IPv4-Verbindung), solltest Du es deaktivieren. In solchen Situationen kannst Du, wie zuvor demonstriert, IPv6 probeweise sowohl an der FritzBox als auch auf dem PC deaktivieren.
– Outlook Kontakte in iCloud importieren
– IP-Adresse im Netzwerk finden






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