Die Meldung „Versuchen Sie, die Seite zu aktualisieren. Es ist ein Problem aufgetreten, und wir konnten die anzuzeigende Seite nicht abrufen“ kann verschiedene Ursachen haben. Es handelt es sich nicht um eine herkömmliche Browser-Fehlermeldung wie „DNS_PROBE_FINISHED…“ oder „Seite kann nicht angezeigt werden“, sondern es sieht aus wie eine Anwendungs-Fehlerseite eines Webdienstes, der im Browser (oder in einem eingebetteten Web-View) läuft. Fehler dieser Art kommen besonders oft bei komplexen Cloud-Portalen vor, die viele Teilseiten über APIs nachladen (z. B. Admin-Dashboards).

Der „Fehlercode“, der angezeigt wird, ist meist eine GUID und fungiert als Korrelations- oder Trace-ID: Sie unterstützt den Betreiber dabei, den fehlerhaften Request in den Logs zu finden, ist jedoch nicht direkt entschlüsselbar wie ein Windows-Fehlercode „0x…“.

In der Praxis können die meisten Fälle durch Browser- und Sitzungsmaßnahmen (InPrivate/Inkognito nutzen, Cookies/Cache für die betroffene Site löschen, Drittanbieter-Cookies/Tracking-Schutz prüfen, Erweiterungen deaktivieren, Browser updaten) oder durch Netzwerkmaßnahmen (DNS-Cache leeren, Proxy/VPN ausschalten, Winsock/TCP-IP zurücksetzen) behoben werden. In Unternehmensumgebungen sind häufig Proxy-/Firewall-Regeln und die Erreichbarkeit der Microsoft-365-Endpunkte entscheidend.

Was diese Fehlseite aussagt

Der Wortlaut „… Es ist ein Problem aufgetreten, und wir konnten die anzuzeigende Seite nicht abrufen“ zusammen mit dem GUID-Fehlercode ist charakteristisch für Fälle, in denen

  • die Web-App eine Teilseite oder Daten (z. B. Dashboard-Kacheln) über eine API nachladen möchte,
  • Dieser Abruf schlägt jedoch fehl (Timeout, ungültiges Auth-Token, Blockade durch Proxy/Filter, CORS/Cookie-Problem, TLS-Handshake-Problem oder Dienststörung).

Achtung: Der GUID-„Fehlercode“ ist in der Regel eine Korrelations-ID. Das Konzept wird offiziell so beschrieben: Eine Korrelations-ID ist keine Fehlernummer; sie ist eine GUID, die für jede Anfrage einzigartig erstellt wird und von Admins/Support zur Logsuche verwendet wird.

So könnt Ihr das Browser Anzeigeproblem lösen!

Erst prüfen: Ist es ein Dienstproblem oder ein lokales Problem?

  1. Gegenprobe auf anderem Netz / anderem Gerät:
    Wenn möglich: Smartphone im Mobilfunk, anderer WLAN-Router, anderer PC.
    Wenn es überall gleich ist, ist eine Dienststörung wahrscheinlicher. Microsoft empfiehlt, vor tiefer Fehlersuche den Dienststatus zu prüfen. 
  2. Dienststatus checken (Cloud-Portale):
    Gerade bei Admin-Portalen und großen Webdiensten kann die Ursache serverseitig sein. (Wenn die Seite selbst nicht erreichbar ist, bringt lokales „Herumdoktern“ wenig.) 

Link-Hinweis (als kopierbarer Block für Redaktion/Leser):

Microsoft 365 Dienststatus / Service Health:
- Microsoft Learn: „So überprüfen Sie den Microsoft 365-Dienststatus“ (offiziell)
- Öffentliche Statusseiten (ohne Login) sind ebenfalls verfügbar (siehe Microsoft Learn / Status-Portale)

Folgendes sollten Sie in Ihrem Browser testen

Chrome Inkognitomodus
  1. InPrivate/Inkognito testen:
    Starten Sie Ihren Browser im „InPrivate/Inkognito“ Modus. Dadurch werden Erweiterungen deaktiviert und alle Seitenelemente neu geladen und nicht aus dem Cache geholt. Wir haben für alle gängige Browser entsprechende Anleitungen bereitgestellt, die sie alle in unserer Anleitung „Inkognito Modus – Anleitung für alle Edge, Chrome, Firefox & Opera„.
Inkognito Modus
  1. Site-Daten gezielt löschen (besser als „alles löschen“):

Praxis-Tipp: Wenn es sich um ein Login-Portal handelt, löschen Sie bevorzugt nur Cookies/Cache der betroffenen Site – sonst fliegen Sie überall raus.

  1. Drittanbieter-Cookies/Tracking-Schutz prüfen (häufiger „Portal-Killer“): Microsoft beschreibt bei Anmeldeproblemen explizit: „Cookies von Drittanbietern blockieren“ deaktivieren und (falls nötig) bestimmte Microsoft-Domains erlauben. 
    Bei Teams-Login-Loops gibt es ebenfalls eine offizielle Anleitung, die u. a. das Deaktivieren der Drittanbieter-Cookie-Blockade nennt. 

Kopierblock (Domains/Allowlist – Beispiele aus Microsoft-Anleitungen):

Wenn Drittanbieter-Cookies zwingend blockiert bleiben müssen:
- Prüfen Sie, ob für Microsoft-Domains Ausnahmen/Zulassungen gesetzt werden können.
- In Microsoft-Anleitungen werden u. a. diese Domains als relevant genannt:
  microsoft.com
  microsoftonline.com
  1. Erweiterungen testweise deaktivieren: Gerade Adblocker/Privacy-Extensions können Portal-Skripte oder Auth-Flows blockieren. Edge beschreibt das Deaktivieren/Entfernen von Erweiterungen offiziell. 
  2. Browser updaten: Veraltete Browser-Versionen verursachen gern „komische“ Portal-Probleme (Moderne TLS-Policies, neue Cookie-Modelle, JS-Änderungen).
  • Edge Update-Einstellungen sind offiziell dokumentiert. 
  • Chrome Update-Prozess ist bei Google beschrieben. 
  • Firefox Update-Prozess ist bei Mozilla beschrieben. 

Netzwerk, DNS und Proxy/VPN unter Windows

  1. DNS testen und DNS-Cache leeren: Wenn DNS hakt, sind „Seite konnte nicht abgerufen werden“-Effekte vorprogrammiert. Microsoft empfiehlt das Löschen des DNS-Client-Caches (ipconfig /flushdns)

CMD (als Administrator) – Basisschritte:

ipconfig /flushdns
ipconfig /release
ipconfig /renew

Das sieht dann in einer Eingabeaufforderung, die als Administrator gestartet wurde, wie folgt aus:

ipconfig flushdns release renew
  1. Windows-Netzwerkstack zurücksetzen (Winsock/TCP-IP): Microsoft nennt diese Befehle explizit als Schrittfolge bei Verbindungsproblemen: 
netsh winsock reset
netsh int ip reset
ipconfig /release
ipconfig /renew
ipconfig /flushdns

Danach: Neustart.

  1. Proxy/VPN ausschalten oder korrekt konfigurieren Wenn Sie einen VPN-Client nutzen: testweise trennen und erneut probieren.
    Wenn Sie einen Proxy nutzen: Prüfen Sie sowohl Browser-Proxy als auch WinHTTP-Proxy. Microsoft dokumentiert netsh winhttp als Verwaltung für WinHTTP-Einstellungen. 

WinHTTP-Proxy prüfen/zurücksetzen (CMD als Administrator ausführen):

netsh winhttp show proxy
netsh winhttp reset proxy

Hintergrund: WinHTTP wird von verschiedenen Windows-Komponenten und einigen Apps/Agenten genutzt; er kann unabhängig von Browser-Proxy-Einstellungen sein. 

  1. Port-/TLS-Konnektivität testen (schnell, liefert harte Fakten)

PowerShell – DNS-Auflösung prüfen:

Resolve-DnsName -Name "<ziel-domain>"

PowerShell – HTTPS-Port 443 testen:

Test-NetConnection -ComputerName "<ziel-domain>" -Port 443

Interpretation:

  • TcpTestSucceeded : True → Port 443 erreichbar (Firewall/Proxy eher ok)
  • False → Port blockiert, Proxy-Fehlkonfiguration oder Netzsegment-Problem.
  1. „Netzwerk zurücksetzen“ als Eskalationsstufe: Wenn die Befehle nicht helfen, ist ein vollständiger Netzwerk-Reset oft der schnellste Weg zurück in einen sauberen Zustand.

TLS/HTTPS und Windows-Plattformzustand

  1. Datum/Uhrzeit/Zeitzone prüfen: Fehlerhafte Systemzeit kann Zertifikate „ungültig“ aussehen lassen.
  2. Windows aktualisieren: Windows-Updates sind nicht nur „Feature“-Updates, sondern liefern auch Fixes für Netzwerk-/Security-Komponenten.
  3. TLS-Protokolle nur in Spezialfällen per Registry anfassen: Für moderne Windows-Versionen ist TLS 1.2/1.3 typischerweise aktiv; Registry-Hacks sind vor allem bei Legacy-Systemen oder hart gehärteten Firmenimages relevant. Microsoft dokumentiert die unterstützten TLS/Schannel-Registry-Settings und warnt vor falschen Änderungen. 

Weitere wahrscheinliche Ursachen im Überblick

Erweiterungen (Adblocker, Script-Blocker, Privacy-Tools): Erweiterungen können Requests, Header, Skripte oder Cookies blockieren und so Web-Apps „zerlegen“. Testweise deaktivieren ist ein Standard-Schritt; bei Chromium/Edge sind Erweiterungen zentral verwaltbar und einzeln abschaltbar. 

Proxy/VPN und doppelte Proxy-Stacks (WinINet vs. WinHTTP): Unter Windows existieren separate Konfigurationspfade; zusätzlich kommen VPN-Clients, PAC-Dateien/WPAD und Security-Gateways mit „SSL Inspection“ dazu. netsh winhttp verwaltet die WinHTTP-Ebene (oft relevant für Systemkomponenten), während Browser häufig eigene/WinINet-Einstellungen nutzen. 

Firewall/Antivirus/Webfilter (inkl. HTTPS-Scanning): Sicherheitssoftware kann TLS-Verbindungen abfangen („HTTPS-Scanning“) und dadurch Zertifikats- oder Handshake-Probleme erzeugen. Mozilla dokumentiert z. B. konkret, dass Antivirus-HTTPS-Scanning zu TLS-Fehlern führen kann und wie man es testweise deaktiviert. 

TLS/HTTPS-Handshakes und Zertifikatsprüfung: TLS ist die Basis für HTTPS. Wenn der TLS-Handshake scheitert (z. B. wegen Zertifikatsprüfung, Protokoll/ Cipher-Suite-Policy, MITM-Proxy), kann die Web-App keine Daten abrufen. MDN erklärt TLS als Standard für vertraulichen und integren Datenaustausch. 

Windows-Updates/Plattformstand: Fehlende Updates können Netzwerkkomponenten, Zertifikatsspeicher oder TLS-Defaults betreffen.

Server-seitige Störung (Dienststatus): Wenn das Problem auf mehreren Geräten/Netzen gleichzeitig auftritt, ist ein Service-Incident wahrscheinlicher. Microsoft empfiehlt, vor tiefer Client-Fehlersuche den Service-Status zu prüfen. 

Schnelllösungen mit Aufwand, Risiko und Erfolgsquote

Die folgende Übersicht zeigt nochmals alle Möglichkeiten, um das Anzeigeproblem zu beseitigen.

Quick FixZeit zum AusprobierenRisikoErwartete Erfolgsquote
Seite neu laden + 2–3 Minuten warten1–3 minSehr niedrig10–20%
InPrivate/Inkognito testen2–5 minSehr niedrig20–35%
Erweiterungen testweise deaktivieren3–10 minNiedrig15–30%
Cookies/Cache nur für die betroffene Site löschen5–10 minNiedrig25–40%
Drittanbieter-Cookies/Tracking-Schutz für Login-Domains anpassen5–15 minNiedrig–Mittel20–35%
Browser aktualisieren und neu starten5–15 minNiedrig10–25%
DNS-Cache leeren + IP erneuern + Winsock/TCP-IP reset10–15 min (+ Neustart)Mittel20–40%
VPN/Proxy deaktivieren bzw. WinHTTP-Proxy zurücksetzen5–15 minMittel15–35%
Windows-Updates installieren + Neustart15–45 minNiedrig–Mittel10–30%
Netzwerk komplett zurücksetzen (Windows „Network Reset“)10–20 min (+ Re-Setup)Mittel–Höher20–35%

Unternehmensumgebungen: Endpunkte, Firewall, Webfilter

  1. Erreichbarkeit der Microsoft-365-Endpunkte sicherstellen: In Firmen scheitert der Abruf von Portal-Teilseiten häufig an Webfiltern, SSL-Inspection oder „zu restriktiven“ Allowlists. Microsoft veröffentlicht offizielle Listen der benötigten Microsoft-365-URLs/IP-Bereiche und dokumentiert, dass diese Endpunkte erreichbar sein müssen. 
  2. Microsoft 365 Netzwerk-Konnektivitätstesttool nutzen: Microsoft bietet ein offizielles Connectivity-Testtool, das lokale Tests durchführt und Netzwerkprobleme/Blockaden für Microsoft-365-Szenarien sichtbar machen kann. 

Wenn nichts hilft: sauber eskalieren

  1. Mit der Korrelations-ID eskalieren: Wenn der Fehler stabil reproduzierbar bleibt (auch nach Browser-/Netzwerkreset), ist die Korrelations-ID der Schlüssel für den Betreiber/Support. Microsoft erklärt, dass diese ID als „Breadcrumbs“ zur Nachverfolgung eines Requests dient. 
  2. Get Help / integrierte Problembehandlungen: Microsoft hat viele Troubleshooter in „Hilfe abrufen“ integriert und dokumentiert dies offiziell. Das lohnt sich besonders, wenn Office-/Account-/Anmeldeflows betroffen sind. 

Fazit

Leider kann diese Fehlermeldung viele verschiedene Ursache haben, es gibt nicht das eine Mittel, um das Problem zu beseitigen. Aus Erfahrung heraus können wir sagen, dass oftmals das Lade der Seite in einem Inkognito/InPrivate Browser das Problem bereits löst. Aber es gibt durchaus andere Fehlerquellen. Sollten alle beschriebenen Maßnahmen nicht helfen, so muss man sich ggf. mit dem Anbieter der Webseite in Verbindung setzen.