Wer Minecraft auf dem PC spielen möchte, stellt schnell fest, dass es zwei verschiedene Hauptversionen gibt: die Java Edition und die Bedrock Edition. Beide Varianten bieten auf den ersten Blick denselben Spielinhalt, unterscheiden sich jedoch technisch und funktional teilweise deutlich. Gerade für Windows-Nutzer ist es sinnvoll, die Unterschiede zu kennen, bevor man sich entscheidet.

Technische Grundlage und Plattformen

Der wichtigste Unterschied liegt in der technischen Basis. Die Minecraft Java Edition basiert auf der Programmiersprache Java und ist die ursprüngliche Version des Spiels. Sie läuft unter Windows, macOS und Linux und richtet sich traditionell vor allem an PC-Spieler.

Die Bedrock Edition hingegen wurde in C++ entwickelt und ist technisch moderner aufgebaut. Sie läuft unter Windows 10 und Windows 11 über den Microsoft Store und ist zudem mit Konsolen wie Xbox, PlayStation und Nintendo Switch sowie mit mobilen Geräten kompatibel. Für Windows-PCs sind beide Versionen verfügbar.

Leistung und Performance auf dem PC

In Bezug auf die Performance hat die Bedrock Edition klare Vorteile, insbesondere auf schwächeren Systemen oder älteren Laptops. Durch die bessere Optimierung läuft sie in der Regel flüssiger und bietet kürzere Ladezeiten. Auch die Bildrate fällt häufig stabiler aus.

Die Java Edition benötigt tendenziell mehr Arbeitsspeicher und Prozessorleistung. Auf leistungsstarken Gaming-PCs spielt das kaum eine Rolle, auf Einsteiger-Hardware kann man jedoch Unterschiede feststellen. Wer Wert auf möglichst stabile Performance ohne zusätzliche Anpassungen legt, ist mit der Bedrock Edition meist besser bedient.

Mods und individuelle Anpassungen

Ein entscheidender Unterschied zeigt sich im Bereich der Modifikationen. Die Java Edition ist seit Jahren für ihre große Modding-Community bekannt. Tausende kostenlose Mods erweitern das Spiel um neue Biome, technische Systeme, Waffen, Shader oder komplett neue Spielmechaniken. Auch viele bekannte Multiplayer-Server basieren auf der Java-Version und setzen spezielle Modifikationen voraus.

Die Bedrock Edition unterstützt keine klassischen Java-Mods. Stattdessen gibt es sogenannte Add-ons sowie Inhalte aus der offiziellen Minecraft Marketplace. Diese Inhalte sind technisch eingeschränkt und bieten nicht dieselbe Tiefe wie umfangreiche Java-Mods.

Wer also maximale Freiheit bei der Anpassung des Spiels wünscht, greift in der Regel zur Java Edition.

Marketplace und Minecoins

Ein zentrales Element der Bedrock Edition ist die integrierte Minecraft Marketplace. Über diese Plattform lassen sich zusätzliche Inhalte wie Skins, Texture Packs, Abenteuerwelten oder Minispiele direkt im Spiel erwerben. Die Bezahlung erfolgt mit Minecoins, einer digitalen In-Game-Währung, die zuvor mit echtem Geld gekauft wird.

Die Java Edition besitzt keine offizielle Marketplace. Zusätzliche Inhalte wie Skins, Maps oder Ressourcenpakete werden in der Regel kostenlos aus der Community heruntergeladen und manuell installiert. Während Bedrock also auf ein geschlossenes, kostenpflichtiges System setzt, lebt Java stark von frei verfügbaren Community-Inhalten.

Multiplayer und Crossplay

Ein weiterer wichtiger Unterschied betrifft den Mehrspielermodus. Die Bedrock Edition unterstützt plattformübergreifendes Spielen. Windows-PC-Spieler können gemeinsam mit Nutzern auf Konsolen oder mobilen Geräten spielen, sofern alle die Bedrock-Version verwenden und über ein Microsoft-Konto verbunden sind.

Die Java Edition erlaubt Multiplayer ausschließlich mit anderen Java-Spielern auf dem PC. Crossplay mit Konsolen oder Smartphones ist hier nicht möglich. Dafür existiert eine große Auswahl an etablierten Community-Servern mit komplexen Spielmodi, die speziell für die Java Edition entwickelt wurden.

Wer also mit Freunden auf unterschiedlichen Plattformen spielen möchte, benötigt zwingend die Bedrock Edition.

Grafik und Raytracing unter Windows

Unter Windows 10 und Windows 11 unterstützt die Bedrock Edition offiziell Raytracing, sofern eine kompatible NVIDIA RTX-Grafikkarte vorhanden ist. Dadurch entstehen besonders realistische Licht- und Schatteneffekte.

Die Java Edition bietet kein natives Raytracing, kann jedoch mithilfe von Shader-Mods optisch stark aufgewertet werden. Auf leistungsstarker Hardware lassen sich so ebenfalls beeindruckende grafische Ergebnisse erzielen.

Unterschiede im Detail

Obwohl neue Updates inhaltlich nahezu zeitgleich für beide Versionen erscheinen, existieren im Detail kleinere technische Unterschiede. Diese betreffen unter anderem Redstone-Mechaniken, bestimmte Spielberechnungen oder das Verhalten einzelner Spielsysteme. Für Gelegenheitsspieler sind diese Unterschiede meist irrelevant, erfahrene Spieler und Technik-Enthusiasten bemerken sie jedoch.

Welche Minecraft-Version für Windows?

Für reine Windows-PC-Nutzer hängt die Entscheidung stark vom eigenen Spielstil ab. Die Java Edition eignet sich besonders für Spieler, die Mods nutzen, komplexe Server besuchen oder maximale Kontrolle über das Spiel wünschen. Die Bedrock Edition punktet mit besserer Performance, einfacherem Multiplayer und Crossplay sowie einer integrierten Marketplace mit Minecoins.

Wer Minecraft aktuell für den PC erwirbt, erhält beide Versionen im Minecraft Java & Bedrock Edition. Dadurch kann man beide Varianten testen und selbst entscheiden, welche Edition den eigenen Anforderungen besser entspricht.

Damit ist klar: Beide Versionen bieten das gleiche Grundspiel, richten sich jedoch an unterschiedliche Spielertypen.